Ratgeber · Dein Google-Profil

Anruf wegen deines Google-Eintrags? So erkennst du die Abzocke

Von Leon, Gründer von LokalwendeAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und läuft nicht ab. Google ruft nie an, um dir etwas zu verkaufen, und fragt am Telefon nie nach Zahlungsdaten. Bestätige bei solchen Anrufen nichts, auch kein „Ja“. Kommt trotzdem eine Rechnung, zahl nicht, sondern widersprich schriftlich und fechte an.

„Guten Tag, hier ist der Google-Partnerservice. Ihr Eintrag wird demnächst gelöscht, wenn Sie ihn nicht aktualisieren.“ Wenn du einen Betrieb hast, kennst du solche Anrufe wahrscheinlich. Manche sind nur lästige Werbung. Andere sind Betrug und enden mit einer Rechnung über Hunderte Euro für etwas, das du nie bestellt hast.

Hier zeige ich dir, woran du die Maschen erkennst und was du tust, wenn du schon eine Rechnung im Briefkasten hast.

Ruft Google wirklich bei Unternehmen an?

Selten, und nie, um dir etwas zu verkaufen. Google schreibt in seiner Hilfe, dass es manchmal anruft, um Unternehmensdaten in Google Maps zu überprüfen, und dann sagt, wer anruft und warum. Google fragt dich am Telefon aber nie nach Zahlungsdaten, und du wirst nicht aufgefordert, Geld zu bezahlen oder dich für einen Dienst zu registrieren.

Das Wichtigste vorweg: Dein Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Es läuft nicht ab, es muss nicht gegen Gebühr „verlängert“ oder „aktualisiert“ werden. Wer dir dafür Geld abnehmen will, arbeitet nicht für Google. Wie du das Profil selbst und kostenlos in Form bringst, steht in Google-Unternehmensprofil optimieren.

Welche Maschen gibt es?

Die „Ja“-Falle am Telefon: Der Anrufer gibt sich als Google-Mitarbeiter aus und will angeblich deinen Eintrag aktualisieren. Irgendwann kommt eine Frage wie „Hören Sie mich?“ oder „Sind Sie der Inhaber?“. Du sagst reflexartig „Ja“, und dieses „Ja“ wird später als Zustimmung zu einem teuren Vertrag präsentiert, meist für einen Eintrag in einem Online-Verzeichnis. Danach kommen „Leistungsnachweis“, Rechnung und Mahnungen. Davor warnen mehrere Industrie- und Handelskammern.

Das angebliche Löschen schlechter Bewertungen: Anrufer bieten an, deine negativen Google-Bewertungen „über eine Partnerkanzlei“ entfernen zu lassen. Die IHK Reutlingen warnt ausdrücklich davor. Wenn du wirklich gegen eine Bewertung vorgehen willst, lies Google-Bewertung löschen lassen.

Das Branchenbuch-Formular: Per Post oder Mail kommt ein Formular, das aussieht wie eine harmlose Datenabfrage: „Bitte prüfen Sie Ihre Angaben und senden Sie das Formular unterschrieben zurück.“ Im Kleingedruckten steht ein Vertrag. Die IHKs berichten von Forderungen wie 899 € pro Jahr bei zwei Jahren Laufzeit, für einen Eintrag, den kein Kunde je sieht.

Die Drohung mit der Abschaltung: „Ihre Google-Werbung wird abgeschaltet“ oder „Ihr Profil wurde gemeldet und wird gesperrt“. Ziel ist, dich unter Zeitdruck zu setzen.

Was tun, wenn schon eine Rechnung kommt?

Für Unternehmer gibt es kein Widerrufsrecht wie für Verbraucher. Trotzdem stehst du meist nicht schlecht da. So raten es die IHKs:

  1. Nicht zahlen. Aber auch nicht ignorieren.
  2. Schriftlich widersprechen: Schreib, dass kein Vertrag zustande gekommen ist. Vorsorglich fechtest du eine etwaige Erklärung wegen arglistiger Täuschung an (§ 123 BGB) und kündigst hilfsweise.
  3. Per Einschreiben oder mit Nachweis verschicken und eine Kopie aufheben.
  4. Nicht einschüchtern lassen: Inkassoschreiben und Drohungen gehören zur Masche.
  5. Bei einem gerichtlichen Mahnbescheid sofort reagieren: Dagegen musst du innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen, sonst wird er vollstreckbar. Spätestens hier lohnt sich eine Anwältin oder ein Anwalt.
  6. Melden: bei deiner IHK oder Handwerkskammer, bei Betrugsverdacht auch bei der Polizei.

Hast du schon gezahlt, kannst du das Geld zurückfordern. Einfach ist das bei Firmen mit Sitz im Ausland aber selten.

Was hat das mit deiner Website zu tun?

Die gleichen Tricks gibt es auch rund um Websites und Domains: angebliche „Domain-Verlängerungen“ von fremden Firmen, SEO-Pakete mit „Platzgarantie“ oder Verträge, bei denen die Domain deines Betriebs dem Anbieter gehört.

Ein paar Fragen, die dich schützen:

  • Wem gehört deine Domain? Sie sollte auf dich eingetragen sein oder bei einer Kündigung zu dir umziehen können.
  • Wer ist dein Ansprechpartner? Du solltest einen Namen und eine Telefonnummer haben, die du selbst anrufen kannst.
  • Was steht im Vertrag? Laufzeit, Kündigungsfrist und Preis gehören schriftlich festgehalten, bevor du irgendetwas zusagst.

Und: Niemand kann dir einen Platz ganz oben bei Google zusichern. Wer das tut, verkauft dir ein Versprechen, das er nicht halten kann.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema

Kostet der Google-Unternehmenseintrag Geld?

Nein. Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und muss nicht gegen Gebühr verlängert oder aktualisiert werden. Wer dafür Geld verlangt, arbeitet nicht für Google.

Ist ein Vertrag entstanden, wenn ich am Telefon „Ja“ gesagt habe?

Meist nicht. Laut IHK fehlt es bei diesen Maschen in der Regel an einer echten Einigung. Vorsorglich solltest du schriftlich widersprechen, eine etwaige Erklärung wegen arglistiger Täuschung anfechten und hilfsweise kündigen. Ein Widerrufsrecht wie Verbraucher haben Unternehmer nicht.

Was mache ich mit einem Mahnbescheid von so einer Firma?

Leg innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Widerspruch ein, sonst kann der Mahnbescheid vollstreckbar werden. Spätestens jetzt lohnt sich eine anwaltliche Beratung.

Wo kann ich solche Anrufe und Rechnungen melden?

Bei deiner IHK oder Handwerkskammer, die vor bekannten Maschen warnen. Bei Betrugsverdacht kannst du außerdem Anzeige bei der Polizei erstatten. Anrufe von angeblichen Google-Mitarbeitern kannst du auch Google über das Formular in der Unternehmensprofil-Hilfe melden.

Leon, Gründer von Lokalwende
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Ich geh selbst ans Telefon, versprochen.

Wer dahintersteht

Wer hier schreibt

Ich bin Leon. Seit über 7 Jahren baue ich Websites, habe E-Commerce studiert und mich auf lokale Suchmaschinenoptimierung spezialisiert.

Lokalwende gibt es, weil ich immer wieder dasselbe sehe: richtig gute Betriebe mit schlechter oder gar keiner Website. Nicht aus Faulheit, sondern weil Agenturen zu teuer sind und Baukästen den Feierabend fressen.

Bei mir gibt es keine Hotline und kein Ticketsystem, sondern meine Handynummer. Ich betreue Betriebe in ganz Deutschland, per Telefon, Mail und WhatsApp.

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