Ratgeber · KI-Suche

Wie findet ChatGPT meinen Betrieb? KI-Suche für lokale Betriebe

Von Leon Düring, Gründer von LokalwendeVeröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

KI-Assistenten bauen ihre Empfehlungen aus denselben Quellen wie die normale Suche: Google nutzt seinen Index und das Unternehmensprofil, ChatGPT und Copilot vor allem die Bing-Suche und Branchenverzeichnisse. Entscheidend sind ein vollständiges Google-Profil, Einträge bei Bing Places und Apple, eine Website mit klaren Fakten als Text, überall gleiche Angaben und Bewertungen mit Inhalt. Einen Trick, der eine Empfehlung sicherstellt, gibt es nicht.

Immer mehr Menschen tippen nicht mehr „Friseur Haßfurt“ in die Suchleiste, sondern fragen: „Welcher Friseur in Haßfurt hat samstags offen und macht Balayage?“ Die Antwort kommt dann von ChatGPT, von Googles KI-Übersicht oder von Perplexity – als kurzer Text mit zwei, drei Empfehlungen. Wer dort nicht auftaucht, wird gar nicht erst angerufen.

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt keinen Geheimtrick und kein Spezialprodukt, das du dafür kaufen musst. KI-Assistenten bauen ihre Antworten aus denselben Quellen, die auch für die normale Suche zählen. Wer die Grundlagen sauber hat, ist auch für die KI-Suche gut aufgestellt.

Woher die KI ihr Wissen über deinen Betrieb hat

Die Assistenten erfinden lokale Empfehlungen nicht, sie schlagen nach. Je nach Anbieter an unterschiedlichen Stellen:

  • Google (KI-Übersichten und KI-Modus): Google nutzt seinen normalen Suchindex und die Daten aus dem Google-Unternehmensprofil. Den KI-Modus gibt es seit Oktober 2025 auch auf Deutsch. Laut Google brauchst du dafür keine besonderen Dateien oder Auszeichnungen: Eine Seite muss indexiert sein und in der Suche mit Textausschnitt erscheinen dürfen.
  • ChatGPT: ChatGPT hat keinen direkten Zugriff auf dein Google-Profil. Es durchsucht das Web mit eigenen Crawlern und nutzt Suchergebnisse und Branchenverzeichnisse. Welche Datenpartner genau dahinterstehen, legt OpenAI nicht vollständig offen; genannt werden in Untersuchungen vor allem Bing und Bing Places sowie Verzeichnisse wie Foursquare und Yelp.
  • Microsoft Copilot baut auf der Bing-Suche auf, Gemini auf Google. Perplexity durchsucht das Web mit eigenem Crawler und zitiert seine Quellen sichtbar.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Deine Angaben müssen an allen Stellen stimmen, nicht nur bei Google.

Was die KI für eine Empfehlung braucht

Ein Assistent empfiehlt einen Betrieb nur, wenn er sich bei den Fakten sicher ist. Das sind im Kern dieselben Fragen, die auch ein Mensch vor dem Anruf hat:

  • Was genau bietest du an? „Friseur“ reicht nicht, um bei „Balayage“ oder „Kinderhaarschnitt“ genannt zu werden. Die Leistungen müssen irgendwo als Text stehen.
  • Wo und für wen? Adresse, Einzugsgebiet bei Handwerkern, Barrierefreiheit, Parkplätze.
  • Wann? Öffnungszeiten, die überall gleich sind.
  • Was sagen andere? Bewertungen auf Google und in anderen Portalen, im Idealfall mit Text statt nur Sternen.

Steht eine Information nirgends, kann die KI sie nicht verwenden. Steht sie an drei Stellen unterschiedlich, verwendet sie sie im Zweifel lieber nicht.

Die fünf Hebel, die du selbst in der Hand hast

1. Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen

Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Fotos, Beschreibung. Für Google ist das die wichtigste Quelle, und viele andere Dienste übernehmen die Daten. Wie das geht, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil optimieren.

2. Bing Places und Apple Business Connect anlegen

Beide sind kostenlos und in einer halben Stunde erledigt. Bing Places kann die Daten direkt aus deinem Google-Profil übernehmen. Bing ist für ChatGPT und Copilot wichtig, Apple Business Connect für Apple Karten und Siri.

3. Eine Website mit klaren Fakten als Text

Das Google-Profil hat wenig Platz. Auf der Website kannst du erklären, was du genau machst, was es ungefähr kostet, für wen du arbeitest und wie ein Termin abläuft. Wichtig: als echter Text, nicht als Bild oder PDF. Eine Speisekarte als Foto ist für Menschen lesbar, für eine KI oft nicht.

Hilfreich sind kurze Fragen und Antworten („Macht ihr auch Hausbesuche?“) – genau so fragen Menschen die KI, und genau solche Abschnitte werden gern zitiert. Strukturierte Daten (Schema.org) im Code helfen Suchmaschinen zusätzlich, Adresse, Öffnungszeiten und Leistungen eindeutig zuzuordnen.

4. Überall dieselben Angaben

Name, Adresse und Telefonnummer sollten auf Website, Google, Bing, Apple, Facebook, Instagram und in Verzeichnissen wie Gelbe Seiten oder Das Örtliche genau gleich stehen. Alte Einträge mit der früheren Telefonnummer oder der alten Adresse sind der häufigste Grund für falsche KI-Antworten. Was du dann tun kannst, steht im Ratgeber ChatGPT zeigt falsche Infos zu meinem Betrieb.

5. Bewertungen mit Inhalt

Eine Bewertung wie „Super Beratung zur Wärmepumpe, Termin innerhalb einer Woche“ sagt einer KI mehr als fünf Sterne ohne Text. Bitte zufriedene Kunden also ruhig um zwei Sätze. Tipps dazu im Ratgeber Mehr Google-Bewertungen bekommen.

Was du dir sparen kannst

  • „KI-Optimierung“ als teures Extra-Paket. Wer dir verspricht, dass ChatGPT dich sicher empfiehlt, kann das nicht halten. Niemand steuert, was ein Assistent antwortet.
  • Texte voller Suchbegriffe. KI-Systeme lesen Texte wie Menschen. Klare Sätze schlagen Keyword-Listen.
  • Die Datei llms.txt als Wundermittel. Sie schadet nicht, bringt aber nach heutigem Stand wenig. Mehr dazu im Ratgeber Was ist llms.txt?

So prüfst du, wo du stehst

Frag die Assistenten selbst, so wie es deine Kunden tun würden: „Welche Elektriker in [deinem Ort] machen Photovoltaik?“ oder „Wo bekomme ich in [deinem Ort] sonntags frische Brötchen?“ Probier das in ChatGPT, im KI-Modus von Google und in Perplexity. Notiere dir einmal im Monat, ob du genannt wirst und ob die Angaben stimmen. Das dauert zehn Minuten und zeigt dir, welche der fünf Hebel noch fehlen.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zum Thema

Nutzt ChatGPT mein Google-Unternehmensprofil?

Nicht direkt. ChatGPT hat keine Verbindung zum Google-Unternehmensprofil, sondern durchsucht das Web und nutzt nach Untersuchungen vor allem die Bing-Suche, Bing Places und Branchenverzeichnisse. Deshalb lohnt sich neben Google ein Eintrag bei Bing Places mit denselben Angaben.

Brauche ich für Googles KI-Übersicht eine besondere Optimierung?

Nein. Laut Google braucht man für KI-Übersichten und den KI-Modus keine besonderen Dateien oder Auszeichnungen. Die Seite muss indexiert sein und in der Suche mit Textausschnitt erscheinen dürfen. Es zählen dieselben Grundlagen wie bei der normalen Suche.

Kann man eine Empfehlung durch ChatGPT kaufen?

Nein. Niemand kann zusagen, dass ein KI-Assistent einen bestimmten Betrieb empfiehlt. Wer das verspricht, kann es nicht halten. Was du beeinflussen kannst, sind vollständige und überall gleiche Angaben, eine Website mit klaren Fakten und gute Bewertungen.

Wie prüfe ich, ob mein Betrieb in KI-Antworten vorkommt?

Stell ChatGPT, dem KI-Modus von Google und Perplexity die Fragen, die deine Kunden stellen würden, zum Beispiel „Welcher Elektriker in meinem Ort macht Photovoltaik?“. Notiere einmal im Monat, ob du genannt wirst und ob Öffnungszeiten, Adresse und Telefonnummer stimmen.

Leon, Gründer von Lokalwende
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Wer dahintersteht

Wer hier schreibt

Ich bin Leon Düring aus Franken. Meine ersten Websites habe ich mit 16 gebaut, mit 18 hatte ich mein erstes Gewerbe dafür. Danach habe ich E-Commerce studiert und arbeite seit drei Jahren in der Conversion-Optimierung für große Online-Shops. Ich weiß also ziemlich genau, warum Besucher anrufen oder wieder gehen.

Lokalwende gibt es, weil kleine Betriebe dabei oft hinterherhängen. Eine Agentur ist zu teuer und braucht nach ein paar Jahren den nächsten Relaunch, ein Baukasten frisst den Feierabend.

Bei mir gibt es keine Hotline und kein Ticketsystem, sondern meine Handynummer. Ich betreue Betriebe in ganz Deutschland, per Telefon, Mail und WhatsApp. Mehr über mich

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