Mehr Google-Bewertungen bekommen, ohne dein Profil zu riskieren
Von Leon, Gründer von LokalwendeAktualisiert am 4 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Frag deine Kunden im zufriedenen Moment und gib ihnen einen direkten Bewertungslink oder QR-Code, den Google dir unter „Mehr Rezensionen erhalten“ erstellt. Frag alle, nicht nur die Zufriedenen, und biete nichts dafür an: Belohnungen, selektives Fragen und gekaufte Bewertungen verbietet Google.
Zufriedene Kunden bewerten selten von allein. Unzufriedene schon. Deshalb zeigen viele Profile ein schieferes Bild, als der Betrieb verdient. Die Lösung ist erstaunlich simpel: fragen. Aber richtig, denn bei Bewertungen gibt es ein paar Regeln, die dich im schlimmsten Fall dein ganzes Profil kosten können.
Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen?
Der wirksamste Weg: Frag im richtigen Moment und mach es so einfach wie möglich. Der richtige Moment ist, wenn der Kunde gerade zufrieden ist. Nach dem Haarschnitt an der Kasse, wenn der Handwerker die Rechnung übergibt, wenn Gäste sich für den schönen Abend bedanken.
Einfach heißt: Niemand soll dein Profil erst suchen müssen. Dafür gibt es einen direkten Link und einen QR-Code, die Google dir kostenlos erstellt.
Wie erstelle ich den Bewertungslink und QR-Code?
- Öffne dein Unternehmensprofil auf business.google.com.
- Wähle „Rezensionen lesen“ und dann „Mehr Rezensionen erhalten“.
- Kopiere den Link oder lade den QR-Code herunter. Den QR-Code gibt es laut Google nur im Browser am Computer, nicht auf dem Handy.
Wo du Link und QR-Code einsetzen kannst:
- Auf Rechnung, Quittung oder Terminbestätigung: „Zufrieden? Wir freuen uns über deine Bewertung.“
- Als kleiner Aufsteller am Tresen oder als Karte, die du mitgibst.
- In der Dankes-Mail oder WhatsApp nach dem Auftrag.
- In deiner E-Mail-Signatur.
- Auf deiner Website, etwa neben deinen Bewertungen oder im Kontaktbereich.
Der richtige Moment in deiner Branche
- Gastronomie & BäckereiBeim Bezahlen: QR-Code in der Rechnungsmappe oder auf dem Bon. Wer gerade „War super“ gesagt hat, ist der beste Kandidat.
- HandwerkBei der Abnahme, wenn der Kunde zufrieden vor dem fertigen Bad steht. Dazu der Link auf der Rechnung oder in der Dankes-Nachricht.
- Beauty & FitnessAn der Kasse, nach dem Blick in den Spiegel. Ein kleiner Aufsteller mit QR-Code neben dem Kartenterminal reicht.
- GesundheitZurückhaltend: ein Aufsteller an der Anmeldung statt einer persönlichen Bitte im Behandlungsraum.
Was ist bei Bewertungen verboten?
Diese Dinge verbieten Googles Richtlinien ausdrücklich, und einiges davon auch das Gesetz:
- Belohnungen für Bewertungen: kein Rabatt, kein Gratis-Kaffee, keine Verlosung unter allen, die bewerten. Google wertet das als gefälschte Interaktion, auch wenn die Bewertung selbst ehrlich ist.
- Nur zufriedene Kunden fragen: Google verbietet ausdrücklich, „gezielt um positive Rezensionen“ zu bitten oder negative zu verhindern. Also kein Vorab-Fragebogen, der nur die Glücklichen zu Google weiterleitet.
- Bewertungen von dir, deiner Familie oder deinem Team: Das ist ein Interessenkonflikt.
- Gekaufte Bewertungen: In Deutschland ausdrücklich verboten (Anhang zum UWG, Nr. 23c). Es gibt Urteile mit Ordnungsgeldern im fünfstelligen Bereich.
Findet Google Verstöße, kann es dein Profil einschränken: Eine Zeit lang sind keine neuen Bewertungen möglich, und Besucher sehen einen Warnhinweis, dass gefälschte Rezensionen entfernt wurden. Das ist schlimmer als jede schlechte Bewertung.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger als die Menge sind zwei Dinge: dass regelmäßig neue dazukommen und dass sie echt klingen. Ein Profil mit 40 Bewertungen über drei Jahre verteilt wirkt glaubwürdiger als eins mit 40 Bewertungen aus einer einzigen Woche.
Ein realistisches Ziel für viele kleine Betriebe: jede Woche eine oder zwei neue Bewertungen. Das schaffst du, wenn Fragen zur Routine wird.
Was hat meine Website damit zu tun?
Mehr, als man denkt. Wer eine Bewertung schreibt, hat dich meist vorher irgendwo gefunden, oft über Google, deine Website und dein Profil zusammen. Deine Website kann den Weg zur Bewertung abkürzen: mit einem Link zu deinem Google-Profil, einer Übersicht deiner Bewertungen und deinen vollständigen Kontaktdaten.
Wichtig dabei: Name, Adresse und Telefonnummer sollten auf Website und Google-Profil exakt gleich sein. Dann ordnet Google alles eindeutig deinem Betrieb zu.
