Speisekarte online stellen: PDF, Foto oder Text – und was draufgehört
Von Leon Düring, Gründer von LokalwendeVeröffentlicht am 6 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Am besten stellst du die Speisekarte als Text auf deine eigene Website und verlinkst im Google-Profil darauf. So gibt es eine Quelle, die immer stimmt, und die Karte ist auf jedem Handy lesbar. Preise müssen Bedienung und alle Zuschläge enthalten, Allergene müssen Gäste vor der Bestellung erfahren können, zum Beispiel als Fußnoten an der Karte.
Bevor Gäste kommen, schauen sie auf die Karte, meistens auf dem Handy und meistens über Google. Was sie dort finden, ist manchmal ein schiefes Foto mit alten Preisen, das ein Gast hochgeladen hat. Hier steht, in welchem Format deine Karte online am besten funktioniert, was rechtlich draufgehört und wie du sie an einer Stelle pflegst, statt an fünf.
Foto, PDF oder Text: Was funktioniert am besten?
| Format | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Foto der Karte | in einer Minute erledigt | auf dem Handy kaum lesbar, wird schnell alt, Screenreader und Übersetzungs-Apps können wenig damit anfangen |
| sieht aus wie die gedruckte Karte | auf dem Handy muss man zoomen und scrollen, jede Änderung heißt neues PDF hochladen | |
| Text auf der eigenen Website | auf jedem Bildschirm lesbar, schnell geändert, lässt sich übersetzen und vorlesen | muss einmal sauber angelegt werden |
| Speisekarte im Google-Profil | direkt dort, wo viele Gäste suchen | zweite Stelle, die du pflegen musst |
Meine Empfehlung: Die Karte als Text auf deiner Website ist die eine Quelle, die immer stimmt. Im Google-Profil verlinkst du darauf und legst, wenn du magst, die wichtigsten Gerichte zusätzlich im Menüeditor an. Ein PDF zum Ausdrucken kann daneben stehen, aber nicht stattdessen.
Warum Text? Bilder kann nicht jeder sehen: Google schreibt selbst, dass Alt-Texte Menschen helfen, die einen Screenreader nutzen. Eine Speisekarte als Foto kann sich so jemand nicht vorlesen lassen. Und Gäste aus dem Ausland lassen sich Text mit einem Fingertipp übersetzen.
Was muss auf die Speisekarte?
Zwei Regeln gelten für jede Gaststätte, egal ob die Karte auf Papier oder am Bildschirm steht:
Preise mit allem. Wer in Gaststätten Speisen oder Getränke anbietet, muss die Preise in einem Preisverzeichnis angeben. Die Preise müssen Bedienungsgeld und alle sonstigen Zuschläge enthalten (§ 13 PAngV). Neben dem Eingang muss außerdem ein Preisverzeichnis mit den wichtigsten Speisen und Getränken hängen. Eine Online-Karte ersetzt diesen Aushang nicht.
Allergene. Für Speisen, die nicht vorverpackt verkauft werden, müssen die Zutaten angegeben werden, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können (§ 4 LMIDV). Die Verordnung lässt dafür mehrere Wege zu:
- direkt auf der Speise- oder Getränkekarte, auch als Fußnoten, wenn beim Gericht deutlich darauf hingewiesen wird,
- per Aushang im Lokal,
- über ein elektronisches Angebot wie eine Seite auf deiner Website, wenn Gäste sie unmittelbar und leicht erreichen. Dann muss im Lokal ein Hinweis hängen, wie man an die Angaben kommt,
- oder mündlich durch informiertes Personal. Dann braucht es eine schriftliche oder elektronische Aufzeichnung, die Gäste und Behörde auf Nachfrage einsehen können, und einen gut sichtbaren Hinweis im Lokal.
Die Angaben müssen die Gäste vor der Bestellung sehen können. Für die eigene Website heißt das: Stehen die Allergene als Fußnoten an deiner Online-Karte, kannst du dieselbe Seite über einen QR-Code im Lokal als Informationsweg nutzen. Für Fragen im Einzelfall ist die Lebensmittelüberwachung deines Landkreises die richtige Stelle.
Wie kommt die Speisekarte in dein Google-Profil?
Google bietet Restaurants drei Wege (Quelle):
- Menüeditor. Im Profil „Speisekarte bearbeiten“ wählen, Abschnitte wie Vorspeisen oder Hauptgerichte anlegen, Gerichte mit Beschreibung und Preis eintragen. Änderungen sind nach 24 bis 48 Stunden in Maps und Suche sichtbar. Google kann die Karte auch per KI aus einem Foto oder PDF erstellen. Die Funktion ist laut Google experimentell, prüf das Ergebnis also Zeile für Zeile.
- Link zur Speisekarte. Im Profil lässt sich eine Adresse für die Speisekarte hinterlegen (Quelle). Trag dort die Seite auf deiner Website ein. Dann führt jeder Klick zur aktuellen Karte.
- Fotos der Speisekarte. Kannst du hochladen, aber das können auch deine Gäste. Deshalb können in einem Profil alte Kartenfotos mit falschen Preisen stehen. Lade selbst ein aktuelles hoch und sorg mit Menüeditor oder Link dafür, dass Gäste zuerst die richtige Karte sehen.
Wie du dein Profil sonst ausbaust: Google-Unternehmensprofil optimieren.
Lohnt sich ein QR-Code am Tisch?
Als Ergänzung ja, als Ersatz für die Papierkarte eher nicht. Nicht jeder Gast will zum Bestellen das Handy herausholen. Drei Regeln, wenn du einen QR-Code nutzt:
- Er führt auf eine Seite, nicht auf eine PDF-Datei. Eine Seite passt sich dem Handy an, niemand muss zoomen.
- Die Adresse bleibt gleich. Druck den Code auf deine eigene Website-Adresse, nicht auf den Link eines Dienstes, den du vielleicht kündigst. Sonst sind alle Tischaufsteller auf einen Schlag nutzlos.
- Probier ihn aus, bevor du druckst, mit zwei verschiedenen Handys.
Denselben Gedanken gibt es bei Bewertungsaufstellern: Mehr Google-Bewertungen bekommen.
Wie hältst du die Karte aktuell, ohne dass es Arbeit macht?
- Eine Quelle. Änderungen machst du auf der Website. Google-Profil und QR-Code verlinken dorthin und sind damit automatisch aktuell.
- Tageskarte und Saison getrennt. Was sich täglich ändert, gehört in einen eigenen kurzen Abschnitt oder in einen Beitrag im Google-Profil. Die Stammkarte bleibt ruhig.
- Preise einmal im Jahr prüfen, am besten zusammen mit dem Aushang am Eingang, damit beides übereinstimmt.
Ein Beispiel, wie eine Gastro-Website mit Karte als Text aussehen kann: Website für Gastronomie.
