Online-Terminbuchung für Salon, Praxis und Studio: Was das Tool können muss
Von Leon Düring, Gründer von LokalwendeVeröffentlicht am 6 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Online-Terminbuchung lohnt sich, wenn deine Termine planbar und ähnlich lang sind, etwa im Salon oder in der Praxis. Vor der Wahl des Tools klärst du Kosten pro Monat und pro SMS, Kündigung, Erinnerungen, Mitarbeiterkalender und den Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Auf der Website gehört ein deutlicher „Termin buchen“-Knopf neben die Telefonnummer, im Google-Profil trägst du den Buchungslink ein.
Das Telefon klingelt mitten im Haarschnitt, mitten in der Behandlung, mitten auf der Baustelle. Online-Terminbuchung verspricht Ruhe: Kunden buchen selbst, auch abends um elf. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Tool ab als davon, wie gut es zu deinem Ablauf passt. Hier stehen die Fragen, die du vor der Auswahl klärst, wie die Buchung auf Website und Google-Profil kommt und was du rechtlich beachten musst.
Für wen lohnt sich Online-Terminbuchung?
Sie passt, wenn deine Termine planbar und ähnlich lang sind und viele Anrufe nur der Terminabsprache dienen:
| Passt gut | Passt nur bedingt |
|---|---|
| Friseur, Kosmetik, Nagelstudio, Massage | Handwerk mit Besichtigung vor Ort und Angebot |
| Physiotherapie, Ergotherapie, Heilpraktiker | Termine, deren Dauer erst im Gespräch klar wird |
| Fahrschule (Fahrstunden), Beratung mit festen Zeitfenstern | Betriebe, in denen fast jeder Termin individuell abgestimmt wird |
Im Handwerk ist ein Rückruf-Wunsch oft der bessere Weg als ein Kalender: Kunden wählen ein Zeitfenster, in dem du zurückrufst, statt einen Termin, den du vor der Besichtigung gar nicht zusagen kannst.
Was sollte dein Buchungstool können?
Geh die Fragen mit jedem Anbieter durch, bevor du unterschreibst:
- Mehrere Kalender: Kann jede Mitarbeiterin ihren eigenen Kalender haben, mit eigenen Leistungen und Arbeitszeiten?
- Leistungen mit Dauer: Lassen sich Leistungen mit unterschiedlicher Dauer und Pufferzeit anlegen, etwa Färben mit Einwirkzeit?
- Erinnerungen: Schickt das Tool Erinnerungen per Mail oder SMS? Kostet die SMS extra?
- Absagen und Umbuchen: Können Kunden selbst absagen, und bis wann?
- Abgleich mit deinem Kalender: Werden private oder andere Termine berücksichtigt, damit nichts doppelt belegt wird?
- Anbindung an Google: Kann das Tool über „Mit Google reservieren“ direkt im Google-Profil buchen lassen, oder nur über einen Link?
- Kosten: Monatspreis, Kosten pro Buchung oder pro SMS, Kosten für zusätzliche Mitarbeitende. Gibt es einen kostenlosen Tarif, und was fehlt darin?
- Vertrag: Wie lange läuft er, wie wird gekündigt, und kannst du deine Kundendaten beim Wechsel mitnehmen?
- Datenschutz: Bietet der Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung an, und wo liegen die Daten?
- Barrierefreiheit: Hat der Anbieter eine Barrierefreiheitserklärung? Das ist für größere Betriebe wichtig (siehe unten).
So klappt es in deiner Branche
- Beauty & FitnessLeg Leistungen so an, wie Kundinnen sie verstehen („Waschen, Schneiden, Föhnen“), mit realistischer Dauer. Kombinationen wie Färben plus Schnitt sollten sich in einem Termin buchen lassen.
- GesundheitFrag im Buchungsformular nur, was du für den Termin brauchst: Name, Telefon, Termingrund in groben Worten. Beschwerden oder Befunde sind Gesundheitsdaten und gehören nicht in ein Online-Formular, das du nicht brauchst.
- HandwerkStatt fester Termine ein „Rückruf erwünscht“ mit Zeitfenstern anbieten. So steht der Kunde nicht vor der Tür, bevor du weißt, worum es geht.
- Gastronomie & BäckereiFür Tischreservierungen gibt es eigene Reservierungssysteme. Achte darauf, dass Tischgrößen und Schichten abgebildet werden können, und dass Gäste ohne Konto reservieren können.
Wie kommt die Buchung auf Website und Google-Profil?
Auf der Website: Ein großer Knopf „Termin buchen“, der zum Buchungstool führt, gut sichtbar oben und noch einmal bei deinen Leistungen. Daneben Telefon und Mail für alle, die lieber anrufen. Bettest du das Tool direkt in die Seite ein, lädt sie schon beim Aufruf Inhalte vom Anbieter. Das muss dann in die Datenschutzerklärung.
Im Google-Profil gibt es zwei Wege (Quelle):
- Eigener Link. Im Profil unter „Buchung“ (Google Suche) oder „Profil bearbeiten“ (Maps) den Link zu deinem Buchungstool hinzufügen. Hast du mehrere, legst du einen bevorzugten fest.
- „Mit Google reservieren“. Arbeitet dein Anbieter mit Google zusammen, wählst du ihn unter „Buchungen“ aus. Er erscheint laut Google innerhalb einer Woche im Profil. Google weist darauf hin, dass der Anbieter dafür Gebühren erheben kann (Quelle).
Achtung, fremde Buchungslinks: In deinem Profil können Links von Buchungsportalen auftauchen, die du nie eingerichtet hast. Google zeigt Links, die Drittanbieter bereitstellen. Du kannst sie unter „Buchung“ → „Anbieter entfernen“ löschen lassen. Der Anbieter muss sie laut Google innerhalb von fünf Tagen entfernen (Quelle). Prüf dein Profil also, sonst buchen Kunden womöglich über ein Portal, mit dem du nichts zu tun hast.
Wie du das Profil insgesamt gut aufstellst: Google-Unternehmensprofil optimieren.
Was musst du rechtlich beachten?
- Datenschutz. Ein Buchungstool verarbeitet Namen, Telefonnummern und Termine deiner Kunden in deinem Auftrag. Dafür brauchst du mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO), und das Tool gehört in deine Datenschutzerklärung. Wie das aussieht: Datenschutzerklärung für die Website.
- Barrierefreiheit. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ausgenommen. Für größere Betriebe kann eine Online-Buchung darunter fallen, auch wenn vor Ort bezahlt wird. Dann musst du auch ein eingebundenes Tool eines Anbieters prüfen. Einzelheiten und die Schwellen: Muss meine Website barrierefrei sein?.
- Gesundheitsdaten. Praxen sollten im Buchungsweg nur abfragen, was für den Termin nötig ist. Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO).
Wie gewöhnen sich Stammkunden daran?
- Beides anbieten. Telefon bleibt, die Online-Buchung kommt dazu. Wer lieber anruft, soll das weiter können.
- Am Tresen erwähnen, bei der Terminvergabe für den nächsten Besuch: „Nächstes Mal kannst du auch online buchen, der Link steht auf unserer Website.“
- Einen festen Ort für den Link. Website, Google-Profil, Instagram-Bio und Mail-Signatur verlinken alle auf dieselbe Buchungsseite.
