Google-Unternehmensprofil: Wie gibst du Zugriff – und wie holst du ihn zurück?
Von Leon Düring, Gründer von LokalwendeVeröffentlicht am 5 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Lade andere unter „Einstellungen für das Unternehmensprofil“ → „Personen und Zugriff“ ein und gib ihnen die Rolle Administrator; Inhaber bleibst du. Frühere Mitarbeiter oder Agenturen entfernst du dort wieder. Verwaltet jemand anderes dein Profil, forderst du über business.google.com/add die Inhaberschaft an, der Inhaber hat drei Tage Zeit. Beim Verkauf überträgst du die primäre Inhaberschaft, dann bleiben die Bewertungen erhalten.
Mitarbeiterin, Webdesigner, Agentur: Früher oder später soll jemand anderes am Google-Profil mitarbeiten. Und irgendwann soll genau diese Person wieder raus, oder du kommst selbst nicht mehr hinein, weil eine frühere Agentur das Profil verwaltet. Hier steht, welche Rolle du wem gibst, wie du Zugriff erteilst und wieder entziehst und was beim Verkauf des Betriebs zu tun ist.
Inhaber oder Administrator: Welche Rolle für wen?
Google kennt zwei Rollen (Quelle):
| Inhaber | Administrator | |
|---|---|---|
| Angaben, Fotos, Beiträge bearbeiten | ja | ja |
| Auf Bewertungen antworten | ja | ja |
| Personen hinzufügen oder entfernen | ja | nein |
| Profil löschen | ja | nein |
Inhaber kann es mehrere geben, primärer Inhaber aber nur einen. Er allein kann die primäre Inhaberschaft weitergeben.
Die Faustregel: Inhaber bleibst du. Mitarbeitende, Webdesigner und Agenturen bekommen die Rolle Administrator. Damit können sie alles erledigen, was im Alltag anfällt, dich aber nicht aus deinem eigenen Profil werfen. Google rät selbst, Inhaber „mit Bedacht“ hinzuzufügen, weil sie die Inhaberschaft ändern und übertragen können (Quelle). So halte ich es auch bei meinen Kunden: Ich lasse mich nur als Administrator einladen.
Nie das Passwort weitergeben. Jede Person braucht ein eigenes Google-Konto, das geht auch mit einer normalen E-Mail-Adresse ohne Gmail. Wer dein Passwort hat, hat dein ganzes Google-Konto, nicht nur das Profil.
Wie kommst du in dein Profil?
Ein eigenes Login für das Unternehmensprofil gibt es nicht. Du meldest dich mit dem Google-Konto an, mit dem das Profil verknüpft ist, und rufst es dann auf (Quelle):
- In der Google Suche: nach „mein Unternehmen“ suchen oder nach Name und Ort deines Betriebs. Über den Suchergebnissen erscheint dann die Verwaltung.
- In der Google-Maps-App: unten rechts auf „Unternehmen“ tippen. Hast du mehrere Betriebe, wählst du oben über den Pfeil den richtigen aus.
Siehst du keine Verwaltung, bist du meist mit dem falschen Konto angemeldet. Weißt du nicht mehr, mit welchem Konto du das Profil bestätigt hast, oder hast du das Passwort vergessen, hilft die Kontowiederherstellung von Google (Quelle). Leg in dieser Lage kein neues Profil an: Das wäre ein Duplikat.
Wie lädst du jemanden ein?
Das darf nur ein Inhaber (Quelle):
- Dein Unternehmensprofil aufrufen, zum Beispiel über die Google-Suche nach „mein Unternehmen“.
- Dreipunkt-Menü → „Einstellungen für das Unternehmensprofil“ → „Personen und Zugriff“.
- Oben links „Hinzufügen“ wählen und die E-Mail-Adresse eingeben.
- Unter „Zugriff“ die Rolle wählen, im Normalfall Administrator, dann „Einladen“.
Die eingeladene Person bekommt eine Mail, nimmt an und kann sofort loslegen. Ausstehende Einladungen findest du auf derselben Seite und kannst sie dort zurücknehmen.
Gut zu wissen: Neue Inhaber und Administratoren müssen laut Google sieben Tage warten, bevor sie andere entfernen, das Profil löschen oder sich zum primären Inhaber machen können. Ein frisch hinzugefügter Zugang kann dich also nicht sofort aussperren.
Wie entfernst du einen früheren Mitarbeiter oder eine alte Agentur?
Google empfiehlt ausdrücklich, Personen den Zugriff zu entziehen, sobald sie den Betrieb verlassen haben (Quelle). So geht es:
- „Einstellungen für das Unternehmensprofil“ → „Personen und Zugriff“.
- Die Person auswählen → „Person entfernen“.
Das können nur Inhaber. Lässt sich die Person nicht auswählen, hast du selbst nur Administratorrechte. Die entfernte Person bekommt eine Mail. Ihre bisherigen Antworten auf Bewertungen und ihre Beiträge bleiben im Profil stehen.
Tipp: Hinterlege für Verwalter, die wechseln, eine Adresse wie info@ statt einer persönlichen. Das empfiehlt auch Google. Dann hängt der Zugang nicht an einer Person, die irgendwann geht.
Was tun, wenn jemand anderes dein Profil hat?
Das passiert häufig: Eine frühere Agentur hat das Profil angelegt, ein Ex-Mitarbeiter hat es bestätigt, oder der Vorbesitzer verwaltet es noch. Dann forderst du die Inhaberschaft an (Quelle):
- business.google.com/add aufrufen, Name und Adresse eingeben, den Betrieb auswählen.
- Bei „Dieses Unternehmensprofil wird eventuell von einer anderen Person verwaltet“ auf „Zugriff anfordern“ klicken und das Formular abschicken.
- Der aktuelle Inhaber bekommt eine Mail und hat drei Tage Zeit. Antwortet er nicht, kannst du das Profil über den Link in deiner Bestätigungs-Mail selbst beanspruchen und bestätigen. Lehnt er ab, kannst du Einspruch einlegen.
Für Betriebe ohne Ladengeschäft, die nur zum Kunden fahren, läuft der Antrag laut Google über den Support. Wie die anschließende Bestätigung funktioniert und welche Fallen sie hat, steht in Google-Unternehmensprofil optimieren. Leg in der Zwischenzeit kein zweites Profil an, das verstößt gegen Googles Richtlinien und wird als Duplikat ausgeblendet (Quelle).
Betrieb verkauft oder übergeben: Was passiert mit dem Profil?
Übergibst du den Betrieb, übergib das Profil mit, statt es zu löschen. Laut Google bleiben dabei alle Angaben und die Bewertungen erhalten (Quelle):
- Den Nachfolger zuerst als Inhaber oder Administrator einladen.
- Nach Ablauf der sieben Tage: „Personen und Zugriff“ → Person auswählen → bei „Zugriff“ auf „Bearbeiten“ → „Primärer Inhaber“ → „Speichern“.
- Danach kannst du dich selbst entfernen: dich in der Liste auswählen → „Nicht mehr verwalten“. Als primärer Inhaber geht das erst nach der Übertragung.
Wer dich wegen Zugriff kontaktiert, ist nicht immer echt
Genehmige Zugriffsanfragen nur, wenn du die Person kennst. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Leute als Google-Mitarbeiter ausgeben und Geld für die Verwaltung des Profils verlangen. Google fragt nie nach Einmalcodes oder PIN und verlangt kein Geld für das Profil (Quelle). Wie solche Anrufe ablaufen und was du tust, wenn danach eine Rechnung kommt: Anruf wegen Google-Eintrag: So erkennst du Abzocke.
