Website selbst bauen oder bauen lassen? Ein ehrlicher Vergleich
Von Leon Düring, Gründer von LokalwendeVeröffentlicht am 5 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Selbst bauen lohnt sich, wenn du gern Texte schreibst, in den nächsten Wochen 20 bis 40 Stunden Zeit hast und die Seite danach regelmäßig pflegst. Bauen lassen passt, wenn die Seite schnell stehen soll, Änderungen mit einer Nachricht erledigt sein sollen und du dich nicht um Impressum, Datenschutz und Technik kümmern willst. Der Baukasten ist billiger im Monat, kostet aber deine Zeit.
„Das kann ich doch selbst, mit Wix oder Jimdo.“ Stimmt oft. Baukästen sind heute so gut, dass jeder in ein paar Abenden eine ordentliche Seite zusammenklicken kann. Die eigentliche Frage ist nicht, ob du das kannst, sondern ob du die Zeit dafür übrig hast, jetzt und in den nächsten Jahren.
Was eine Website auf den verschiedenen Wegen kostet, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?. Hier geht es um das andere Konto: deine Zeit und deine Nerven.
Was du beim Selbstbauen alles selbst machst
Der Baukasten liefert das Werkzeug und das Hosting. Alles andere bleibt bei dir:
- Texte schreiben: Leistungen, Preise, Über-uns, Öffnungszeiten. Der zeitaufwendigste Teil, und der wichtigste – Kunden und Google lesen vor allem den Text.
- Fotos aussuchen und zuschneiden, damit sie auf dem Handy gut aussehen und die Seite nicht ausbremsen.
- Impressum und Datenschutzerklärung: Generatoren helfen, aber du musst wissen, welche Dienste deine Seite nutzt (Karten, Videos, Buchungstool, Statistik). Was ins Impressum gehört, steht im Ratgeber Impressum für kleine Betriebe.
- Cookie-Banner, sobald eingebundene Dienste Daten an Dritte schicken.
- Für Google auffindbar machen: Seitentitel, Beschreibungen, Bildtexte, die Verbindung zum Google-Unternehmensprofil.
- Pflegen: neue Öffnungszeiten, Urlaub, Preise, ein neues Foto. Klingt nach Minuten – wenn man weiß, wo das Passwort liegt und wie der Editor funktioniert.
Wie viel Zeit das realistisch kostet
Als grobe Schätzung für eine solide erste Version mit vier, fünf Bereichen: 20 bis 40 Stunden, verteilt über mehrere Wochen – je nachdem, wie leicht dir Texte fallen. Danach kommen laufend kleine Änderungen dazu, und alle ein, zwei Jahre der Moment, in dem die Seite „irgendwie alt“ aussieht und man sie umbauen will.
Rechne diese Stunden ehrlich gegen das, was du in derselben Zeit im Betrieb verdienst oder lieber mit der Familie verbringst. Für viele Inhaber ist das der eigentliche Preis des Baukastens.
Wann Selbstbauen die richtige Wahl ist
- Du schreibst gern und hast Freude an Gestaltung.
- Du hast in den nächsten Wochen wirklich Zeit und planst auch danach feste Zeit für die Pflege ein.
- Deine Seite soll sehr ungewöhnlich sein, etwa mit eigenem Shop oder vielen Unterseiten, die du selbst laufend erweiterst.
- Du willst jede Kleinigkeit selbst bestimmen und sofort ändern können.
Dann ist ein Baukasten eine gute, günstige Lösung. Wichtig ist nur, dass die Domain auf deinen Namen läuft – dann kannst du später ohne Ärger wechseln.
Wann Bauen-lassen besser passt
- Du willst eine Seite, die in ein paar Tagen steht, ohne dass du Abende dafür opferst.
- Änderungen sollen mit einer Nachricht erledigt sein statt mit einem Login.
- Du möchtest dich nicht um Impressum, Datenschutz und Technik kümmern müssen.
- Dir ist wichtig, dass die Seite gefunden wird: saubere Texte, strukturierte Daten, schnelle Ladezeit.
Ob du dafür einmal eine Agentur bezahlst oder die Website im Abo mietest, ist dann die nächste Frage. Die Vor- und Nachteile stehen im Ratgeber Website mieten oder kaufen?
Schon eine Baukasten-Seite und keine Lust mehr?
Das ist häufiger als man denkt. Domain, E-Mail-Postfächer und Inhalte lassen sich mitnehmen, wenn man in der richtigen Reihenfolge vorgeht. Wie das geht, erkläre ich im Ratgeber Website-Anbieter wechseln.
